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Am 23.07.2005 fand der 1. Lilienthaler Sommer Marathon statt. Auch ich hatte mich dort angemeldet. Pünktlich um 7:00 Uhr fuhr ich von zu Hause los. Mein Navigationssystem würde mir schon den Weg zeigen.

Auf der B 482 rauschte ich in Richtung Nienburg. Kurz vor der Ausfahrt in Wietersheim durchfuhr mich ein schwerer Schock. Ich hatte die Laufschuhe nicht eingepackt. Also kehrt und wieder nach Hause. So dummes ist mir ja noch nie passiert.

Aber bald war ich wieder auf dem richtigen Weg und ohne Probleme führte mich der Navigator direkt zum Veranstaltungsort.

Dadurch, daß ich erst noch einmal zurück mußte L , kam ich natürlich auch erst ziemlich spät zum Start.

Dann bei Carsten ins Haus, denn dort war die Startkarten Ausgabe, Unterlagen abgeholt und zum Start geschlendert. Dort auf dem Bolzplatz die gewohnt bunte Läuferschar. Uli und Gregor waren auch schon da. Ebenso Jörg, aus dem Forum „Laufen aktuell“, wo er sich „JPS“ nennt. Die Maratonne, Uli´s Schäferhündin, war schon wieder im Startfieber. Ihr dauerte das alles zu lange.

Da doch überraschend viele Nachmelder kamen, wurde der Start um 10 Minuten nach hinten verschoben.

Ich hatte noch zwölf 11/2 Liter Flaschen Cola mitgebracht, die ich nun aus dem Wagen holte um sie am Verpflegungsstand abzugeben.  Ich denke, bei so kleinen aber wirklich feinen Veranstaltungen kann man ruhig mal etwas dazusteuern. Auch das ermutigt den Veranstalter, weiter zu machen.

Als ich nun beladen vom Auto los marschierte, traf ich auf eine junge Frau, die den Start suchte und ganz aufgeregt war, da sie lange im Stau fest saß und nun mit Ihrem Zeitprogramm nicht mehr klar kam. Ich beruhigte sie und erzählte Ihr, daß der Start um 10:10 Uhr statt findet und begleitete Sie noch zum Startkarten Ausgabe. Da wußte ich noch nicht, daß Sie die unangefochtene Siegerin dieses Marathon werden würde und wie sie hieß.

Dann hielt Carsten vor dem Start noch eine kleine Ansprache und erklärte uns die Schleife, die wir erst laufen müssen, bevor wir die vier Runden zu 10 km unter die Füße nehmen.



Das Startzeichen fiel, und Läufer wie Hans-Joachim Meyer, der hier seinen 899. Marathon läuft (M65) und die große Dame des Marathon´s und der Ultraläuferinnen, Sigrid Eichner, erste Frau mit über 1000 Marathon Läufen, begaben sich auf den Kurs.  Darunter aber auch ein Marathon Neuling. Gregor, im Forum unter geniesses, bekannt, geht auf die Strecke. Gregor ist Streakrunner, so wie ich auch, läuft schon über 300 Tage. Uli, unser laufende Pastor und unser „Seelsorger“, hat ihn einfach zum Marathon angemeldet. Und nun ist er auch auf dem langen Weg zum Finisher unterwegs.

Dabei ist auch der Japaner Hajime Nishi, auf dem unteren Bild links, der es sich zum Ziel gesetzt hat, immer als Letzter ins Ziel zu kommen.


 

Ich laufe los und nach wenigen Minuten hab ich das Gefühl, es ist heute mein Tag. Bereits vor dem Wendepunkt der Zusatzschleife ziehe ich die dünne Laufjacke aus und binde sie um die Hüfte. Das bin ich gewohnt und stört so nicht. Als ich vom Wendepunkt zurück laufe, kommt mir Gregor schon entgegen. „Hoffentlich ist er nicht zu schnell“ denke ich noch und dann sind wir aneinander vorbei. Hajime Nishi steht bereits am Wegesrand und filmt die Pferde. Ich bewundere Ihn um seine Gelassenheit.

Es geht zurück zum Start. Ich fühle mich gut und locker, wenn ich auch ziemlich weit hinten bin, so hab ich das Gefühl, es geht gleich richtig los.  Wenn es erst auf die 10 km Runde geht, dann „drehe“ ich auf.

Gesagt, getan. Langsam ziehe ich das Tempo an.  Der Weg führt ca. 5 km hinter dem Wümmedeich her. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet, wo man noch viele seltene Vögel beobachten kann. Nur der mit Klinkersteinen hochkant gepflasterte Weg ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber mich stören die Unebenheiten nicht. Das Gute ist, man kann auch auf dem Deich laufen, ohne den Weg dabei abzukürzen. In der zweiten Runde werde ich das auch machen, um mal zu sehen, wie es hinter dem Deich aussieht.

Am Kilometerschild 4 nehme ich die erste Zwischenzeit. 23 Minuten bis hier, also unter 6 Minuten im Schnitt. Das gefällt mir. Ich fühle mich super. Eine herrliche Landschaft öffnet sich. Ich genieße die Aussicht, die kleinen Teiche, mit Seerosen bewachsen. Die Vielfalt der Vögel und auch der Blumen. Herrlich, ein schöner Tag zum Laufen. Auch das Wetter spielt mit. Nicht zu heiß, bewölkt und ein leichter Wind. Ich merke gar nicht, wie die Kilometer verstreichen. Die Kette der Läufer vor mir lichtet sich. Die schnellen sind längst außer Sichtweite. Am Verpflegungsstand  „Zur Schleuse“ treffe ich auf einen Läufer, der aber schnell wieder weiterläuft. Ich schaue erst einmal über den Deich runter zum Wasser. Eine wunderbare Landschaft gewährt mir einen Einblick. Leider hab ich den Fotoapparat nicht dabei, aber heute wollte ich ja auch mal etwas schneller laufen als sonst.

Hier bin ich bei ungefähr km 6,5 und bei ca. 7 km muß man aufpassen, denn hier geht es rechts ab auf einen Beton Wirtschaftsweg. Jeder Kilometer ist ausgeschildert. Perfekt ausgeschildert. Man merkt, hier organisieren Läufer für Läufer.

Bei km 10 liege ich mit 59 Minuten immer noch unter 6 Minuten/km. Das freut mich, Denn ich bin noch locker und frei. Bei km 11 und 12 laufen wir durch die Orte Trupe und Truper Deich. Noch sieht man hier keine Menschen, die von uns Notiz nehmen. Aber das stört mich überhaupt nicht, denn nun bin ich auch schon wieder am Start und Ziel. Für die 12 km hab ich eine Stunde und fünf Minuten gebraucht. Hier ist der größte Verpflegungsstand, super angerichtet, für jeden Geschmack etwas dabei. Ich nehme nur einen Becher Wasser und weiter geht es.



Einfach toll, hier zu laufen. Diese nächste Runde laufe ich auf dem Deich entlang. Das hohe Gras bremst ein wenig, aber trotzdem halte ich den Kilometerschnitt. Eine Hochspannungsleitung, die den Weg kurz vor der „Schleuse“ kreuzt, nehme ich als Richtpunkt. Auch auf der Betonstraße muß ich sie dann wieder unterqueren. Hier laufe ich jetzt auch immer näher auf den Vordermann auf und kurz vor der Schleuse überhole ich ihn. Aber die Freude hält nicht lange an. Er hat seine Getränke dabei und ich halte am Verpflegungsstand. Ruckzuck hat er mich wieder überholt und bis ich wieder auf der Strecke bin, ist er schon 60-70 m vor mir. Mir war aufgefallen, als ich Ihn überholte, das er Kopfhörer auf hatte und wohl Musik hört. Das wäre ihm nun fast zum Verhängnis geworden. Als ich um die Kurve komme, hinter der die Strecke rechts abbiegt, da sehe ich, das er die Abzweigung verpaßt hat. Gut 60 Meter ist er schon vorbei. Ich rufe, pfeife und klatsche mit den Händen. Er hört nichts, er sieht nichts. Was soll ich nun machen. Da kommen mir Radfahrer entgegen, bemerken das Mißgeschick und fahren dem Läufer hinterher. Sie bringen ihn wieder auf den richtigen Kurs. Glück gehabt.

So endet die zweite Runde nach 2:11 Std. am reichlich gedeckten Verpflegungsstand. Immer noch unter 6 Min/km Schnitt.

Die dritte Runde beginnt. Nun beginnt das Einsammeln. Immer wieder überhole ich den einen oder anderen. Noch laufe ich leichtfüßig und vor allen Dingen, gleichmäßig. Die Auswertung der Pulsuhr zeigt konstant gleich Kilometerzeiten.  Kurz vor der Schleuse überholt mich dann der führende Läufer Frank Themsen. Das ist schon eine Augenweide, wie locker sein Laufstil aussieht. Für mich immer wieder ein Rätsel, wie man so schnell und so lange laufen kann. Wenige Minuten später folgt Thorsten Goede, der das Rennen als zweiter beenden wird. Ich muß dann noch eine Runde laufen.

So vergeht auch die dritte Runde rasend schnell. So langsam merke ich, das die Beine doch etwas langsamer werden.

Die vierte Rund fällt nicht mehr so leicht. Dazu bin ich im Nacken ziemlich verspannt.  Wieder an der Schleuse angekommen setzte ich mich zum Trinken auf eine Bank und mache Lockerungsübungen für den Nacken. Das kostet Zeit, aber es bringt auch was. Ich fühle mich wieder besser und dann laufe ich weiter. Der Betonweg scheint nun kein Ende zu nehmen. Die Kilometerzeiten nähern sich nun den 7 Minuten. Bei km 37 meine ich, Gregor vor mir zu erkennen. Das spornt noch einmal an. Ihn möchte ich doch noch überholen. Aber es dauert doch länger, als ich gedacht habe. Aber bei km 39 bin ich dann neben ihm.

Er staunt nicht schlecht, das ich ihn überrunde. Aber er freut sich auch ehrlich, das ich wieder in Form komme. Schnell bin ich dann an ihm vorbei und nun mobilisiere ich noch einmal alles. Die Freude, dem Ziel so nah zu sein, vielleicht noch unter 4:20 zu bleiben, das gibt noch einmal Kraft. Ein leichter Regen setzt zum richtigen Zeitpunkt ein und gibt mir noch einmal Kühlung. Ist das ein schöner Tag. Nach genau 4:21 Std. laufe ich durchs Ziel. Eine riesige Freude überkommt mich, ein toller Lauf, keine Krämpfe und ein gleichmäßige Tempo machen diesen Lauf für mich unvergeßlich.

Ich gehe zum Auto und ziehe mir trockene Sachen an.

Wieder zurück an die Strecke.


Anja Samse ist schon fast eine Stunde im Ziel. Unangefochten hat sie die Frauenklasse gewonnen. Sie ist die Läuferin, die heute Morgen im Stau fest saß. Ihr 13. Marathon war dieses.

Wir beide sitzen lange zusammen und klönen. Eine nette, symphatische junge Frau. Die erst seit einem Jahr läuft. Weiterhin viel Glück.

Die Zeit vergeht im Flug. Jeder Läufer wird beklatscht und bejubelt. Eine große Familie sind wir. Uli, Helmut und Jörg kommen zeitgleich ins Ziel.

Fast alle Läufer warten, bis auch die Letzten ins Ziel kommen. In 6:00 Stunden schafft es auch Gregor. Kein Anzeichen bei ihm von platt oder kaputt. Beim Interview mit dem Fernsehreporter antwortet er wie gewohnt schlagfertig und spaßig. Er ist schon eine coole Flocke. Glückwunsch, Gregor.

Nach 6:16 Std. kommt dann auch Sigrid Eichner ins Ziel. Wieviel Kilometer hat Sie wohl schon gelaufen. Man kann Sie nur bewundern, auch Ihre nette fröhliche Art, alles ist einer Marathon „Königin“ würdig.

 

So sind wir alle noch zusammen in einer großen Runde. Brötchen werden gereicht und viel erzählt. Eine halbe Stunde nach dem letzten Zieleinlauf werden die ersten Urkunden verteilt.



Frenja teilt dazu mit ihrer fröhlichen Kindlichkeit die Medaillen aus und hängt sie jedem Einzelnen um den Hals. Ganz toll nimmt sie auf ihre Art an diesem Laufgeschehen teil. Wirklich, hier fühlt man sich als große Familie.

Dann die größte Überraschung, als ich die Urkunde bekomme. Ich bin gesamt 16. und in der Altersklasse M 50 von 10 Teilnehmern der 2. geworden. Mein größter Lauferfolg bisher.

Dafür bekomme ich bei der Siegerehrung dann auch noch einen wunderschönen Pokal und ein hübsche Urkunde.

Damit hab ich überhaupt nicht gerechnet.  Ich bin überglücklich.

Bei diesem ersten Lauf blieben gleich 2 Läufer unter 3 Std. und die 1. Frau unter 3:30 Std.

Alle Teilnehmer erreichten das Ziel !!!!!

Nach der Siegerehrung beginnen wir dann langsam mit dem Aufräumen. Alle packen mit an und tragen Tische und Bänke zurück zu Carsten seinem Haus.

 

Eine tolle Laufveranstaltung ist zu Ende. Es hat richtig Spaß gemacht. Wo bekommt man für so wenig Geld eine so gute Veranstaltung? Da muß man lange suchen. Der Ergebnisdienst auch im Internet ist wohl kaum zu toppen. Selbst die Bilder stehen schon im Netz.

 

Ich sage ganz herzlich „Dankeschön“ an den Veranstalte und an alle Helfer. Ihr ward einfach super. Gerne komme ich wieder und bringe bestimmt noch mehr Läufer mit.


Mein 1. Pokal




Gregor läuft ins Ziel

Freude und Begeisterung überall. So macht Laufen Spaß.

Helmut und ich haben lange um den Platz gekämpft. Hat Spaß gemacht, danke.

Sigrid Eichner bei der Siegerehrung